
| ÜBERRASCHUNGSKANDIDAT BGM. LEOPOLD MUCK
Unser Kandidat Bgm. Leopold Muck spricht in einem Interview mit den NÖN über die Beweggründe, die ihn zur Kandidatur veranlasst haben, aber auch über seine Ideen und Visionen:
Meine Idee, für den NÖ Landtag zu kandidieren entstand, als ich hörte, dass sich Franz Hiller nicht mehr zur Wahl aufstellen lässt. Viele Menschen haben mich daraufhin in den letzten Tagen und Wochen angesprochen, und gefragt, ob ich mich zur Verfügung stellen würde. Das hat mich schlussendlich dazu veranlasst, mich der Wahl zu stellen.
Der Gemeindepartei-Vorstand von Staatz hat meine Nominierung beschlossen, mit der Auflage, dass ich weiterhin Bürgermeister der Marktgemeinde Staatz bleibe.
Ich habe in den letzten Jahren, sogar Jahrzehnten in der Gemeinde, aber auch in der gesamten Region mitgearbeitet, und habe auch viel initiiert. Darum glaube ich, dass ich die Bedürfnisse der Menschen in unserer Region, in unserem Bezirk kennen gelernt habe. Ich möchte ein Bindeglied sein, zwischen unserer Bevölkerung und der Landesregierung.
Ich habe auf der einen Seite tiefe landwirtschaftliche Wurzeln. Ich habe eine landwirtschaftliche Ausbildung und darf, wenn es die Zeit erlaubt, im Betrieb mitarbeiten, gemeinsam mit meiner Gattin. Darum weiß ich, wo die Probleme und die Bedürfnisse der Landwirtschaft liegen. In dieser Region haben wir nur dann Chancen für die Zukunft, wenn wir unser sanfthügeliges Weinviertel erhalten. Wir dürfen nicht nur in die großagrarischen Bereiche gehen, sondern müssen die Nischen der Landwirtschaft suchen. Das ist von Bio über Direktvermarktung bis hin zu erneuerbaren Energien.
Und auch da habe ich schon einige Erfahrungen sammeln dürfen und einiges initiiert, wie das Fernheizwerk in Wultendorf im Jahr 1995. Außerdem bauen wir in der Region um Laa derzeit eine Energiedrehscheibe auf. Diese beschäftigt sich momentan mit der Erzeugung von Pflanzenöl für Dieselautos. Wir haben aber noch weitere Initiativen vor, um die Wertschöpfung der Region, dem Weinviertel zu erhalten. Vor allem ist es wichtig, dass wir wieder in Kreisläufen denken. Bei allen fachspezifischen Notwendigkeiten unserer schnelllebigen Zeit, wie einer guten fachlichen Ausbildung unserer Jugendlichen, dürfen wir eines nicht vergessen: Dass einer den anderen braucht. Dass wir nur miteinander Neues schaffen können.
Es ist wichtig, dass wir vor allem in der Landwirtschaft vernetzter und in Kreisläufen denken. Dass wir der Natur genauso eine Chance geben, wie dem wirtschaftlichen Denken. Vor allem der öko-soziale Weg, den Franz Riegler eingeschlagen hat, und den wir ein bisschen verlassen haben, der ist wichtiger denn je. Natürlich sind auch Deckungsbeitrag und Einkommen notwendig. Aber Geld ist nicht alles. Natur und ihre Bewirtschaftung sind in Einem zu sehen.
Ich kenne aber durch eigene Erfahrung auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer, vor allem in der Grenzregion. Ich bin seit 1980 im öffentlichen Dienst tätig. Dort habe ich viele Berufssituationen in der Praxis kennenlernen dürfen, vom eingeteilten Beamten bis zum Vorstand. Denn nach meinem Eintritt ins Zollamt Laa an der Thaya 1980, war ich von 1995 bis 2004 Vorstand des dortigen Zollamtes und Leiter der Grenzkontroll-Stelle. Derzeit bin ich bei der Zollfahndung Niederösterreich, Zollstelle Mistelbach, tätig. Darum liegt mir als Grenzbewohner gerade das Thema Sicherheit sehr am Herzen.
Schon aus eigenem Engagement ist mir auch die Kultur ein wichtiges Anliegen: Seit vier Jahrzehnten spiele ich selbst ein Musikinstrument, und weiß deshalb, dass Musik am besten geeignet ist, über Grenzen hinweg zu verbinden. Seit langen Jahren bin ich auch Obmann des Musikschulverbandes Staatz, der sich über 15 Gemeinden des Bezirkes Mistelbach erstreckt. Außerdem bin ich Vorstandsmitglied der Musical-Felsenbühne Staatz. Darum ist es mir wichtig, dass wir die kulturellen Initiativen unserer Weinviertler Künstler weiterhin fördern. Dass wir ihnen die Chance geben, sich weiterzuentwickeln und unsere Region den begonnenen Kulturtourismus fortsetzen kann. Nach dem Motto „Aus der Region – für die Region“.
Und auch hier wirkt sich Wertschöpfung aus, denn wir setzten gerade in Staatz rund um die Kultur sehr viele Aktivitäten im unternehmerischen Bereich, sei es auf der Felsenbühne, im Schosskeller oder dem Musikerheim, die alle zum Staatzer Veranstaltungszentrum gehören. Um der Region einen Nutzen zu bringen, hat das unternehmerische Denken auch bei der Kultur einen sehr hohen Stellenwert.
Alle diese Vorteile des Weinviertels sollen in Zukunft zu einer Symbiose werden. Wir müssen Möglichkeiten schaffen, die Landschaft zu erhalten für den sanften Tourismus, den wir uns wünschen. Wir brauchen ein vernetztes System: von Direktvermarktern, damit sich Gäste etwas von den Produkten der Region mitnehmen können. Wir brauchen offene Gaststätten. Wir brauchen die Biolandwirtschaft und erneuerbare Energie. Man soll nicht nur Windräder sehen. Es muss sich alles ergänzen.
Auch mit der Autobahn sind nicht alle Probleme gelöst. Es ist wichtig, dass vor allem die Region im Süden keine Transitzone wird, sondern dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Die Leute hier finden sich zwar mit der Autobahn ab, aber sie wollen keine Durchzugsregion werden. Hier muss man für die Bevölkerung innovative Projekte entwickeln, um sie in den Orten zu halten.
Vor allem sollen die Menschen im Süden des Bezirkes ihr Regionsbewusstsein leben können. Dazu dürfen die kleinen Orte ihre Struktur nicht verlieren. Durch die Wiennähe und die wirtschaftliche Entwicklung besteht hier die Gefahr der Verstädterung. Aber die Dörfer dürfen nicht nur zu Schlaforten werden.
Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Ich habe zwar schon einige Überlegungen, aber ich möchte keine Visionen ohne die Menschen entwerfen. Es ist ganz wichtig, dass man gemeinsam mit der Bevölkerung, in diese Richtung geht.
Alle meine vielfältigen Erfahrungen möchte ich in der angestrebten Funktion als Landtagsabgeordneter nun dem gesamten Bezirk zur Verfügung stellen.
Ich habe schon viel kennen gelernt, durch meine vielen Funktionen, sowohl Führungsfunktionen, als auch andere Tätigkeiten. Ich habe schon mit den unterschiedlichsten Leuten zusammengearbeitet. Ich weiß, ich kann Menschen motivieren. Und das möchte ich auch im Bezirk beweisen und umsetzen.
Und ich bin es gewohnt ständig weiter zu lernen.
Wenn ich weg fahre – und auch wenn es Urlaub ist - dann bringe ich meistens viele neue Ideen mit nach Hause. Ich schau mir nämlich immer alles genau an. Die Wegweiser, gehe um die Ecke, schaue mir die Informationstafeln an. Schaue mir die Radwege und Projekte an und denke, wo wäre das bei uns möglich. Viele meine Projekte habe ich so umgesetzt. Natürlich immer auf die eigene Situation angepasst.
Gerade der Mistelbacher Bezirk ist ja eine besondere Herausforderung, der mit seiner Wien-Nähe rund um Wolkersdorf, über Mistelbach bis zu den Grenzregionen um Laa und Poydorf ein sehr komplexes und vielfältiges Aufgabengebiet vorweist. Es ist ein Bezirk, in dem die Wünsche und Anliegen der Menschen sehr weit auseinander liegen.
Doch das Entscheidende ist für mich immer, was sich die Bevölkerung wünscht, was ihr Landtagsabgeordneter für den Bezirk wahrnehmen soll.
Jeder Bund hat nun seinen Spitzenkandidaten präsentiert. Es ist zwar wichtig, dass man seine Berufsgruppen vertritt. Aber noch wichtiger ist es, dass man die Anliegen der Bevölkerung vertritt. Und als Vertreter des Landes sollte man die Anliegen und Probleme der Menschen im Vordergrund sehen. Das Miteinander ist ganz wichtig. Das hilft unserer Region, unserem Bezirk sicher am meisten weiter. Nicht, dass eine Berufsgruppe die andere ausspielen will, sondern, dass man gemeinsam versucht, unsere Region weiter zu entwickeln.
Ich glaube, dass eine gut ausgebaute Infrastruktur, Bahn und Straßen sehr wichtig sind. Aber es ist trotzdem noch wichtiger, dass wir unsere Landschaft erhalten, vor allem für den Tourismus und uns damit präsentieren, nach dem Motto: Natur und Kultur.
Ich rechne mir mit dieser Kandidatur realistische Chancen aus, sonst würde ich es nicht machen. Ich habe vor fünf Jahren an hinterer Stelle kandidiert, da wir zwei starke Kandidaten hatten und ich daher auch keinen Wahlkampf geführt habe. Trotzdem habe ich schon damals viele Vorzugsstimmen erhalten. Aber die Hoffnungen, die ich jetzt habe, entstanden vor allem aufgrund der vielen Gespräche die ich jetzt im Vorfeld geführt habe.
Ich bin nicht einer, der große Versprechungen macht. Das habe ich schon als Bürgermeister nicht getan. Aber ich werde mir die Anliegen und die Probleme der Region anschauen und dann werde ich mich mit all meiner langjährigen Erfahrung für eine Verbesserung und Weiterentwicklung aktiv einsetzen. Und zwar über alle Parteigrenzen hinweg.
Das habe ich auch als Bürgermeister immer gemacht.
Hier noch Biographisches zu unserem Kandidaten:
Landwirt. FS Obersiebenbrunn
Militär-Gardemusik Wien
1980: Zollwache Wien und Laa
1995-2004: Vorstand des Zollamtes und Grenzkontroll-Leiter in Laa
ab 2004: Zoll
1985-90: Gemeinderat in Staatz
1990-95 Vizebürgermeister
seit 1995 Bürgermeister
seit 1992 Obmann des Musikschulverbandes
1992 Gründungsobmann des Gemeindeverbandes f. Umweltschutz
seit 1995 Vorstand des Festspielvereines Felsenbühne Staatz.
seit 1972 Musikvereins-Mitglied
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